Liedduo
Guth – Alpers
Achte Spielzeit 2014.2015 „Essenzen“
„Emily Dickinson – eine Einkehr“

Wie finden zwei Musiker zusammen, die auf zwei Kontinenten leben? Und
noch viel erstaunlicher, wie gelingt es ihnen, ihre musikalische Partnerschaft
über einen Ozean hinweg zu pflegen? Sie verbünden sich immer wieder für
gemeinsame Programme.
Die erste Begegnung der kanadischen Sopranistin Martha Guth und des
deutschen Pianisten Hinrich Alpers fand im Jahr 2011 in Ottawa statt, wo
sie für einen reinen Debussy-Abend gemeinsam verpflichtet wurden. Sie
verstanden sich musikalisch auf Anhieb und halten seitdem Ausschau nach
Projekten, die ihnen am Herzen liegen. Der Liedzyklus mit Vertonungen der
amerikanischen Dichterin Emily Dickinson, den Ingrid Schmithüsen für Im
Zentrum LIED
entwickelt hat, begeisterte beide sofort. Drei Aufführungen
sind bereits vorgesehen, im Oktober 2014 in Köln und in Essen-Werden,
sowie in Montréal, Canada im März 2015.


Die Sopranistin Martha Guth verleiht ihre vollendete Musikalität, ihre
intelligente Interpretation und ihre unvergleichliche klangliche Palette
einem breiten Spektrum von musikalischen Stilrichtungen und Epochen.
Ihre besondere Leidenschaft gilt dem Lied- und Kammermusikrepertoire,
für das sie im Jahr 2007 mit dem 1. Preis beim Wigmore Hall International
Song Competion ausgezeichnet wurde. Das Preisträgerkonzert gestaltete
sie mit dem Pianisten Graham Johnson, mit dem sie auch demnächst wieder
in England auftreten wird. Bei der New York Liederkranz Foundation sang
sie mit Dalton Baldwin, gleichfalls in New York mit Malcolm Martineau
einen reinen Britten-Abend und im MusicFest Vancouver mit Erika Switzer.
Gemeinsam mit Erika Switzer gestaltet sie auch das online Magazin Sparks
and Wiry Cries (http://www.sparksandwirycries.com), in dem sich Sänger,
Pianisten und Komponisten über live Aufführungen und Aufnahmen aus-
tauschen. In New York kuratiert sie die Casement Fund Song Serie 2013/14.
Martha Guth ist gleichfalls eine überzeugende Schauspielerin und hatte
großen Erfolg als Frau Fluth in der Oper von Otto Nicolai „Die lustigen Weiber
von Windsor“ in einer Produktion der Bostoner Midsummer Opera. Weitere
Opernrollen waren die Gräfin in Mozarts „Figaros Hochzeit“, Donna Anna in
„Don Giovanni“, beide in der Oper Lyra in Ottawa, Pamina in der „Zauberflöte“,
Konstanze in der „Enführung aus dem Serail“ im Kurhaus Augsburg-
Göggingen, die Titelpartie in Händels „Alcina“ in Lucca, Italien, Lauretta in
Bizets „Doctor Miracle“, Norina in Verdis „Don Pasquale“ mit der Santa Fe
Opera und Alyce in Tom Cipullos Oper „Glory Denied“ an der New York
Chelsea Oper.
Als Oratoriensängerin arbeitete Martha Guth mit den Dirigenten Helmut
Rilling, John Nelson, Seiji Ozawa, Robert Spano und vielen anderen
zusammen. Sie sang mit den New Mexico Symphonikern, mit dem Santa
Fe Symphony Orchester, mit dem Hamilton Philharmonic Orchester, mit
dem Canadian Opera Company Orchestra, mit der Bad Reichenhaller
Philharmonie, dem Toronto Symphony Orchester, in Tanglewood, mit dem
National Arts Centre Orchestra, dem Calgary Philharmonic Orchester, dem
Florida Orchestra, dem Lima Symphony Orchester und dem Evansville
Philharmonic Orchester.
Martha Guth wuchs in Vancouver, British Columbia, Canada auf. Ihren
Bachelor machte sie im Oberlin Konservatorium, ihren Master in Cincinnati
College/Conservatory of Music und weiterführende Studien an der Hoch-
schule für Musik in Augsburg/Nürnberg, wo sie mit Edith Wiens studierte.

“Ein Musiker allerhöchsten Ranges. Merken Sie sich diesen Namen: Hinrich
Alpers
”, schrieb die The New York im März 2008. Durch sein fesselndes,
doch niemals vordergründiges Klavierspiel hat Hinrich Alpers, 1. Preisträger
des 3rd International Telekom Beethoven Competition in Bonn, in den
letzten Jahren eine internationale Karriere eingeschlagen, die ihn inzwischen
regelmäßig in Musikzentren wie New York, Toronto, Berlin, Oslo, Warschau
und Paris führt und Zusammenarbeiten mit namhaften Orchestern, Kammer-
musikpartnern und Musikfestivals hervorbringt.
Bereits seit früher Kindheit wurde er von Bernd Goetzke an der Musikhoch-
schule Hannover betreut, bei dem er später auch sein gesamtes Studium
absolviert hat. Ein Auslandsjahr an der Juilliard School, wo er bei Jerome
Lowenthal studierte, öffnete die Türen zum amerikanischen Kontinent, wo
er wichtige Erfolge feiern konnte: beim “Esther Honens International Piano
Competition” 2006 in Calgary, Kanada, wurde ihm nicht nur der zweite Preis
verliehen, der eine dreijährige internationale Karriereförderung beinhaltete,
sondern auch alle Sonderpreise für Kammermusik und das zeitgenössische
Pflichtstück. Zuvor war er bereits 1. Preisträger und Grieg-Preisträger des
“Concours Grieg” 2004 in Oslo sowie Preisträger des “Gina Bachauer Inter-
national Piano Competition” 2006. Ihm wurden darüberhinaus Förderpreise
des Schleswig-Holstein Musikfestivals und der Sommerakademie des Salz-
burger Mozarteums verliehen.
Als wichtigste Auszeichnung darf allerdings der 1. Preis des International
Telekom Beethoven Competition, wieder verbunden mit Sonderpreisen für
Kammermusik (im Duo mit Misha Maisky) und das moderne Pflichtstück
(“Euforiak II” des Siemens-Förderpreisträgers Márton Illés) gelten, der zahl-
reiche Konzertverpflichtungen mit sich bringt.
Gerade die Vielseitigkeit und der Facettenreichtum, der bei weitem nicht nur
durch Wettbewerbspreise Anerkennung fand, sind es, die Hinrich Alpers zu
einem gefragten Konzertpianisten und Kammermusiker machen. Auf Festi-
vals wie Schleswig-Holstein, dem Braunschweig Classix Festival, dem Ottawa
Chamber Music Festival oder dem Grieg-Festival Oslo war er gleichermaßen
zu Gast wie bei verschiedenen Rundfunk- und Fernsehsendern. Von Anbe-
ginn seiner Konzertlaufbahn galt sein Interesse neben den großen Eckpfei-
lern der Literatur jedoch auch Komponisten und Werken, die eher ein
Nischendasein im Repertoire führen. Sein Engagement für die Zweite Wiener
Schule (Schönberg/Berg/Webern), Karol Szymanowski, den späten Skrjabin,
Toru Takemitsu oder den jung im Ersten Weltkrieg verstorbenen Rudi
Stephan, um nur einige Namen zu nennen, findet Ausdruck in häufigen
Aufführungen von Werken dieser Komponisten und wurde bereits durch die
Verleihung des Niedersächsischen Förderpreises Musik 2004 ausdrücklich
gewürdigt. Darüberhinaus wurden bereits zahlreiche Werke durch Hinrich
Alpers uraufgeführt, und auch für die kommenden Jahre sind Aufträge an
namhafte Komponisten wie Benedict Mason und Daniel Schnyder geplant.
In der Saison 2008 gab Hinrich Alpers als Gewinner des Juilliard Petscheck
Piano Debut Recital Award ein von Publikum und Presse viel beachtetes
Debüt in der New Yorker Carnegie Hall und trat erneut beim Ottawa
Chamber Music Festival, mit dem Calgary Philharmonic Orchestra und in
zahlreichen weiteren Konzerte in Musikzentren Europas und Nordamerikas
auf. Seine CD mit Werken von Robert Schumann ist im Herbst 2008 erschie-
nen, und im Frühjahr 2009 debütierte Hinrich Alpers in der Berliner Phil-
harmonie und im Münchener Gasteig.
Hinrich Alpers ist Steinway Künstler. Er lebt in Berlin, verbringt so viel Zeit
wie möglich als Photograph in der Natur und begeistert sich für Kochkunst
und Naturwissenschaften.