Liedduo
Kammer – Spring
Achte Spielzeit 2015.2016
„Von Dirnen, Nutten und Huren“

Liedduo Salome Kammer – Rudi Spring


Salome Kammers Universaltalent sprengt Grenzen. Ihr Repertoire kann nicht
in Sparten und Fächer eingeordnet werden. Es umfaßt Avantgarde-Gesang
und virtuose Stimmexperimente, klassisches Melodrama, Liederabende,
Dadalyrik, Jazzgesang oder Broadwaysongs. Ihre Bühnenpräsenz als singende
Schauspielerin oder schauspielende Sängerin fasziniert bei musikalischem
Kabarett ebenso wie in dramatischen Bühnenrollen des Sprechtheaters. In
der Rolle der Clarissa Lichtblau hat sie internationalen Erfolg in dem Film-Epos
„Die zweite Heimat“ und „Heimat 3“ von Edgar Reitz. Zahlreiche Werke der
Neuen Musik hat Salome Kammer in den Konzertsälen der Welt uraufgeführt.
Komponisten im In- und Ausland schreiben Stücke für die Künstlerin, die mit
ihrem extremen Ausdrucksreichtum und ihren unerschöpflichen stimmlichen
Facetten zu immer neuen Produktionen anregt.
Salome Kammer studierte von 1977 bis 1984 Musik mit Hauptfach Violoncello,
unter anderem bei Maria Kliegel und Janos Starker in Essen. 1983 wurde sie
als Schauspielerin an die Städtischen Bühnen in Heidelberg engagiert, wo sie
fünf Jahre lang in zahleichen Rollen in den Bereichen Sprechtheater, Musical,
Operette und Jugendtheater auftrat. 1988 zog sie nach München, um die
Dreharbeiten zu dem Film-Epos „Die zweite Heimat“ von Edgar Reitz zu
beginnen. In dieser Zeit begann sie, ihre Stimme auszubilden, und seit 1990
ist sie in Konzerten für Neue Musik als Vokalsolistin zu hören.
In „Heimat 3“, das 2004 bei den Internationalen Filmfestspielen von Venedig
uraufgeführt und im Anschluß von der ARD ausgestrahlt wurde, zeigte Salome
Kammer in der Rolle der Clarissa alle Facetten ihres Könnens.
Zahlreiche Werke der neuen Musik hat Salome Kammer international uraufge-
führt. Komponisten im In- und Ausland, darunter Helmut Oehring, Wolfgang
Rihm, Isabel Mundry, Bernhard Lang, Brice Pauset, Peter Eötvös oder Jörg
Widmann schreiben Stücke für die Künstlerin. Ihr weitgefächertes Repertoire
umfaßt Klassiker der Moderne wie Schönbergs Pierrot Lunaire, Die sieben
Todsünden von Weill, La fabricca illuminata von Nono sowie Werke von so
unterschiedlichen Komponisten wie Cage, Berio, Zender, Aperghis und Kurtag,
aber auch Liederabende und die Rolle der "Eliza Doolittle" in My Fair Lady.
Zusammen mit dem Komponisten und Pianisten Peter Ludwig ist sie seit
vielen Jahren mit dem Programm "Chanson bizarre" auf renommierten Kaba-
rettbühnen zu hören.
Salome Kammer unterrichtet Aufführungspraxis neuer Musik für Gesang an
der Münchner Musikhochschule. Zahlreiche Rundfunk-und CD-Produktionen
dokumentieren ihr künstlerisches Schaffen.

Rudi Spring stammt aus Lindau am Bodensee. Sein prägender Lehrer in Ton-
satz, Analyse, Klavier und Komposition war Alfred Kuppelmayer. Es folgte ein
Kammermusikstudium bei dem Violoncellisten Heinrich Schiff, mit dem er auch
gemeinsam konzertierte und auf dessen Anregung eine Reihe von Komposi-
tionen entstand. Rudi Spring war viele Jahre Kirchenorganist und ist immer
wieder als Dirigent tätig. An der Münchener Musikhochschule, wo er Kompo-
sition und Klavier studierte, unterrichtet er seit 1999 Liedgestaltung. Zahlreiche
Rundfunk- und CD-Produktionen dokumentieren sein Tätigkeitsfeld als Kam-
mermusik- und Liedpianist, welches immer wieder durch Soloabende, sowie
Chansonprogramme ergänzt wird.
Seit langem verbindet ihn eine vielfältige Zusammenarbeit mit dem Geiger
Erich Höbarth, der Akkordeonistin Maria Reiter sowie der Sängerin Salome
Kammer.
Kompositionsaufträge kamen in den letzten Jahren vom Münchner Kammer-
orchester, den Munich Puppet Players, von Konstantin Wecker für die Orche-
strierung von dessen Filmmusik „In der Mitte eines Lebens“, dem Internatio-
nalen Bodensee-Festival, der Hugo-Wolf-Akademie Stuttgart und dem Arp-
Museum Rolandseck.
Rudi Spring ist Träger des Internationalen Bodenseekulturpreises 2002. Im
Jahr 2005 war er Stipendiat der Deutschen Akademie Villa Massimo in Rom.
Für Rudi Spring gehören Vermittlung von Musik, sowohl als Kammermusik-
lehrer, Hörseminarleiter oder als Dirigent, die Ausübung als Pianist in Solo-
und Kammermusikabenden, im Lied und im Chanson, also auch die schöpfe-
rische Dimension untrennbar zusammen, bedingen und befruchten einander
wechselseitig.