Liedduo
Odinius – Kehring
Dritte Spielzeit 2009.2010 „Passionen“
„Passion Winterreise – und ihr Zwilling“

Die beiden Musiker verbindet eine langjährige künstlerische Zusammenarbeit,
in der die Lieder Schuberts einen besonderen Stellenwert einnehmen. Bezeich-
nenderweise war es „Die schöne Müllerin“, die vor mehr als zehn Jahren den
Auftakt ihrer musikalischen Partnerschaft bildete. Der zweite große Schubert-
Zyklus steht noch aus: für Im Zentrum LIED widmet sich das Liedduo erstmals
gemeinsam der „Winterreise“.


Der lyrische Tenor Lothar Odinius studierte Gesang bei Anke Eggers in Ber-
lin. In Meisterkursen bei Ingrid Bjoner, Alfredo Kraus und mehrfach bei Diet-
rich Fischer-Dieskau erhielt er weitere Anregungen für seine Arbeit. Zurzeit
wird er gesanglich von Gundula Hintz und Neil Semer betreut.
Zu den jüngsten Erfolgen von Lothar Odinius, vom Berliner Tagesspiegel als
„erstklassiger Sänger und Mime“ tituliert, gehört sein Debüt in Glynde-
bourne als Tamino in Mozarts „Zauberflöte“ im Herbst 2008. Zuvor war er
bei den Schwetzinger Festspielen, bei den Haydn Festspielen Eisenstadt
und bei den Mannheimer Mozartwochen zu erleben. In den letzten Jahren
interpretierte er alle bedeutenden Partien seines Faches, u.a. in Salzburg,
Kopenhagen, Wiesbaden, Mannheim, Braunschweig und Bonn. Am Opern-
haus Zürich begeisterte er in der Titelpartie von Schuberts „Alfonso und
Estrella“ unter der Leitung von Nikolaus Harnoncourt.
Besondere Aufmerksamkeit widmet Lothar Odinius dem Konzertgesang. Als
Evangelist der Oratorien von Bach, als Interpret mit einem Repertoire vom
Barock bis in die Gegenwart hat sich der Tenor international einen Namen
gemacht. Unter den unzähligen Engagements ist zuletzt die Tournee mit
der Academy of St. Martin in the Fields unter der Leitung von Sir Neville
Marriner mit Mozarts „Requiem“ hervorzuheben. Bemerkenswerte Lieder-
abende gab er in Herrenchiemsee, Bonn, Basel und Vaterstetten.

Eine enge Zusammenarbeit verbindet den Sänger mit Dirigenten wie Tho-
mas Hengelbrock, Adam Fischer, András Schiff und Helmuth Rilling. Außer-
dem arbeitet er mit Dirigenten wie Carl St. Clair, Dietrich Fischer-Dieskau,
Enoch zu Guttenberg, Philippe Herreweghe, Peter Schreier, Morten Schuldt-
Jensen, Bruno Weil und Franz Welser-Möst.
Zukünftige Engagements beinhalten Konzerte in Mailand, Prag, San Fracis-
co, Nashville, Hamburg und Brüssel, u.a. mit dem Israel Philarmonic Orche-
stra, mit den Bamberger Symphonikern unter Jonathan Nott, sowie seine
Operndebüts an der Canadian Opera Company und dem Royal Opera House
Covent Garden.
Seine Tätigkeit ist auf zahlreichen CD-Einspielungen dokumentiert, darunter
Franz Schmidt „Das Buch mit sieben Siegeln“ unter Franz Welser-Möst, Ale-
xander Zemlinksy „Der Traumgörge“ unter James Conlon, Joseph Haydn
„Die Schöpfung“ unter Enoch zu Guttenberg.


Der Pianist Burkhard Kehring widmete schon früh der Liedbegleitung große
Aufmerksamkeit. Intensive Anregungen auf diesem Gebiet erhielt er von
Lehrern wie Ralf Gothoni, Gernot Kahl und Martin Katz. Begleiterpreise in-
ternationaler Liedwettbewerbe wie den „Walther-Gruner-Competition“ in
London und den „Hans-Pfitzner-Wettbewerb“ in München markierten den
Beginn seiner Konzerttätigkeit als Liedbegleiter, die ihn in die wichtigsten
europäischen Konzertsäle, u.a.Wigmore Hall London, Berliner Philharmonie,
Konzerthaus Wien, Concertgebouw Amsterdam, in die USA, nach Asien und
Südamerika sowie auf zahlreiche Musikfestspiele, darunter die Schubertiade
Hohenems, die Musikfestspiele Bergen, Schubert Serenades New York und
Ravinia Festival Chicago führte.
Burkhard Kehring war offizieller Klavierbegleiter bei Meisterkursen von Eli-
sabeth Schwarzkopf, Reri Grist, Marylin Horne, Ernst Haefliger und Hermann
Prey. Eine künstlerische Zusammenarbeit verbindet ihn mit Gesangspart-
nern wie Christiane Iven, Randi Stene, Michaela Kaune, Inger Dam-Jensen,
Christiane Oelze, Claudia Barainsky, Christiane Karg, Robert Holl, Kwang-
choul Youn, Roman Trekel, Christian Elsner, Dietrich Henschel, Hanno Mül-
ler-Brachmann, Jan Kobow, Andreas Schmidt, Florian Bösch und Lothar
Odinius. Gemeinsam mit Dietrich Fischer-Dieskau gestaltet er seit 1996
musikalische Lesungen und Melodramenabende.

Zudem konzipiert Burkhard Kehring eigene Liederabendreihen: Sein erster
Liederabend-Zyklus in der Musikhalle Hamburg brachte 1996 annähernd
das gesamte Liedschaffen Hugo Wolfs zur Aufführung. Ihm folgte 1997 die
„Schubertiade modern“ - eine Gegenüberstellung der Lieder Schuberts und
des Schönberg-Kreises - sowie die Liederabendserie „Schubert plus“ in
Frankfurt/Main. Auf Einladung des Beethoven-Festes Bonn kam zuletzt
2006 ein Robert-Schumann-Zyklus zur Aufführung.
Burkhard Kehrings Liedeinspielungen umfassen Mayrhofer- und Goethe-
Vertonungen von Schubert im Rahmen der Deutschen Schubert-Edition
sowie Lieder von Mendelssohn, Schumann, Rossini, Liszt, Grieg, Mahler,
Wolf, Strauss, Alfvén, Debussy, Ravel, Martin, Fortner und Ullmann. Ein
Melodramen-Album mit Dietrich Fischer-Dieskau erschien 2005 bei der
Deutschen Grammophon, Lieder von Schönberg und Busoni mit Hanno
Müller-Brachmann sind in Vorbereitung.
2003 zum Professor für Liedgestaltung an die Hochschule für Musik und
Theater Hamburg berufen, leitet Burkhard Kehring seit 2008 dort einen
von ihm initiierten neuen Masterstudiengang für Liedduos und Begleiter.
Er unterrichtete zudem auf Meisterkursen in Deutschland, Spanien, Kana-
da, Israel und Indien.