Liedduo
Pavone – Radulović
Zehnte Spielzeit 2016.2017 „Die Dekade“
„Paul Verlaine – Episoden“

Karola Pavone und Boris Radulović verbindet eine noch junge, gleichwohl
musikalisch intensive und erfolgreiche Zusammenarbeit. Karola Pavones
instrumental geprägter – sie erlernte schon als Kind das Klavier- und Brat-
schenspiel – und textbezogener Ansatz und Boris Radulovićs solistische und
kammermusikalische Qualitäten ergänzen sich zu ausgefallenen, aparten
Liedinterpretationen
und schmiedet die beiden Künstler zu einem außer-
gewöhnlichen Liedduo zusammen.
Seit 2013 erarbeiten sich die beiden Musiker ein inzwischen umfangreiches
Repertoire von Kunstliedern von Franz Schubert über Hugo Wolf bis zum
zeitgenössischen Lied. Die „Mélodie française“ bildet einen weiteren Fokus
ihrer künstlerischen Arbeit. Im März 2015 gewannen Karola Pavone und Bo-
ris Radulović überragend den 1. Preis im Liedduo-Wettbwerb „Lied & Lyrik
Rhein-Ruhr“, der in dem Jahr das französisches Kunstlied zum Schwerpunkt
hatte.
Das Liedduo Pavone-Radulović konzertiert regelmäßig in Deutschland, Ser-
bien und den Niederlanden und hatte Gelegenheit, mit Robert Holl und Gra-
ham Johnson intensiv zusammenzuarbeiten. Im Mai 2017 werden die beiden
Künstler gemeinsam im Internationalen LiedFestival Zeist (NL) im „Rising
Stars“-Programm zu hören sein.


Karola Pavone wurde in Italien geboren und wuchs in einem musikalischen
Haushalt auf. Früh sang sie im Chor und erhielt in Kindheit und Jugend eine
Ausbildung auf den Instrumenten Klavier und Viola. Ab ihrem 15. Lebensjahr
wurde sie von der Gesangspädagogin Ingrid Steiner (Frankfurt) privat aus-
gebildet, bereits 17jährig trat sie auch solistisch auf und machte, neben er-
sten größeren Aufgaben im kirchenmusikalischen Konzertbereich, vor allem
als Liedinterpretin auf sich aufmerksam. Nach dem Abitur 2004 nahm sie das
Gesangsstudium an der Musikhochschule in Köln bei Prof. Mechthild Georg
auf. 2007/08 studierte sie an der Opernschule der Göteborgs Universitet in
Göteborg, Schweden, bei Birgit-Louise Frandsen. Das Diplom legte sie im
Jahr 2010 mit Bestnoten ab, daran schloss sich der Exzellenzstudiengang
Konzertexamen an, den sie 2012 mit Auszeichnung abschloss. Seitdem ar-
beitete sie weiterführend in Köln mit Lia Montoya-Palmen und Hartmut Sin-
ger. Weiterführende Studien führten die Sängerin zu Edith Mathis, Edda
Moser, Johannes Martin Kränzle, Hedwig Fassbender, Irwin Gage, Olaf Bär,
Rudolf Jansen, Graham Johnson und Robert Holl.
Bereits als Studentin hatte sie Gelegenheit, unter der Leitung von Marcus
Creed mehrfach als Solistin aufzutreten. Sie ist Preisträgerin und Finalistin
verschiedener internationaler Wettbewerbe wie des Johannes Brahms-Wett-
bewerbs in Pörtschach und DAS LIED in Berlin. Im Jahr 2015 gewann sie
mit Ainoa Padrón den zweiten Preis und den Sonderpreis für Neue Musik
des Liedwettbewerbs Cantando Parlando in St. Augustin, sowie den Lied-
preis des Festival Vocallis in Vaals (NL). Im Duo mit Boris Radulovic gewann
sie, wie bereits eingangs erwähnt, 2015 den ersten Preis des Internationalen
Liedduowettbewerbs Rhein Ruhr mit dem Schwerpunkt französisches Kunst-
lied.
Karola Pavone tritt gleichermaßen als Opern-, Konzert- und Liedsängerin in
Erscheinung. Konzertreisen führten sie in den vergangenen Jahren nach
Tschechien, Polen, Österreich, Großbritannien, Frankreich und die Nieder-
lande, innerhalb Deutschlands beispielsweise in die Kölner Philharmonie, die
Alte Oper Frankfurt sowie die Laeiszhalle Hamburg. Auf der Opernbühne war
sie in verschiedenen Rollen in Solingen, Remscheid, am Musiktheater im
Revier Gelsenkirchen, der Oper Köln und dem Stadttheater Gießen zu hören
und zu sehen. Seit 2016 ist sie als Solistin dem Ensemble des Stadttheater
Gießen verbunden.
Sie wurde als Sipendiatin gefördert von der Stiftung Jeunesses musicales
Deutschland, der Stiftung Villa Musica Rheinland-Pfalz, Richard-Wagner-
Verband Köln sowie der Studienstiftung des deutschen Volkes.

Sehr früh hatte der 1984 in Belgrad geborene Boris Radulović seine erste
Begegnung mit klassischer Musik, und gleichzeitig den Wunsch, das Klavier-
spielen zu erlernen. Bereits mit fünf Jahren erhielt er als junges Talent den
ersten Klavierunterricht bei Smilja Todorović, und einige Jahre später im
Musikgymnasium “Josip Slavenski” bei Prof. Olga Bauer, die zusammen mit
ihrem Ehemann Prof. Aleksander Bauer eine große Rolle in seiner künstle-
rischen Entwicklung spielte. Als Abiturient mit dem besten Abschlusskonzert
wurde Boris Radulović 2002 sowohl für seine technisch-pianistischen Fähig-
keiten, seinen Fleiß als auch für sein hohes Maß an künstlerisch reifem Aus-
druck mit dem Preis der „Ivan Petković“-Stiftung geehrt. In Anerkennung
seiner kulturellen und schulischen Leistungen wurden Boris Radulović die
Auszeichnungen „Belgrader Engel“, sowie der Ehrentitel „Schüler der Gene-
rationen“ durch den serbischen Thronfolger Aleksandar Karadjordjević
verliehen.
Von 2004-09 studierte Boris Radulović an der Musikhochschule Köln in der
Klavierklasse von Prof. Dr. h.c. Arbo Valdma, der ein Schüler von Bruno
Lukk war, welcher wiederum Arthur Schnabel und Paul Hindemith zum
Mentor hatte. Anschließend setze er seine Studien bei Prof. Pierre-Laurent
Aimard fort, der ihm wichtige pianistische und künstlerische Impulse ver-
mitteln konnte und in ihn für die Moderne Musik begeisterte. So führte Boris
Radulovićs Weg zu Prof. Paulo Alvares, bei dem er im Oktober 2012 sein
Konzertexamen mit Auszeichnung abschloss.
Boris Radulović nahm an vielen internationalen Meisterkursen teil, u. a. bei
Wilhelm Brons, Wolf Harden, Arbo Valdma, Lidija Stanković, Wolfang und
Julia Goldstein-Manz, sowie Pavel Gililov, Aleksander Sandorov, Oxana Yab-
lonskaya, Arnulf von Arnim, Eriko Nakajima-Yamamoto, Michel Dalberto und
Pierre-Laurent Aimard. Die enge Zusammenarbeit mit namenhaften Künst-
lern hat sein Musikverständnis nachhaltig geprägt und ihm ein breit gefä-
chertes, sicheres Stilempfinden vermittelt.
Boris Radulović war Preisträger mehrerer nationaler und internationaler
Klavierwettbewerbe, wie dem „Brat i Sestra“-Wettbewerb St. Petersburg
(1997 und 1998), Città di Stresa Italien (1998), Interfest-Bitola (Grand
Prix 2002), sowie beim Prix D’Amadeo Jeunesse, Holland (2005) und Zlatko
Grgosevic „Zagreb 2008“ (Grand Prix). Seine Konzerttätigkeit steigerte sich
erheblich nach dem Gewinn des Stipendiums der Werner Richard- Dr. Carl
Dörken Stiftung (2008), die ihn darüberhinaus 2009 in der renomierten
Konzertreihe “Best of NRW” als Kammermusiker und Solist präsentierte.
Eines dieser Konzerte, im Apollo-Theater Siegen, wurde vom WDR aufge-
zeichnet und ausgestrahlt.
Boris Radulović war bei internationalen Rundfunkstationen und Festivals zu
Gast, u.a. Euregio Musikfestival, Musikwochen Arosa, Internationales Piani-
sten Festival in Tübingen, sowie Stipendiat des renommierten Festivals Hei-
delberger Frühling. Er konzertierte mit dem Ruhrstadt-Orchester, der Musi-
calischen Akademie Burscheid, und spielte mit dem Warschauer Symphonie
Orchester Mozarts Klavierkonzert Nr. 27 B-Dur. In Japan gab er sein Debüt
in Tokio und Fukuoka, und ich China in Peking, Nanchang und Guangzhou. Seine Leidenschaft für Kammermusik führte ihn mit den Solisten der Ber-
gischen Symphoniker, dem Ensemble musikFabrik und als Klavierduo mit
dem Ausnahmepianisten Michel Dalberto zusammen.