Lesung
Walser
Neunte Spielzeit 2015.2016 „Frauengestalten“
„Johannes Brahms – Die schöne Magelone – Martin Walser“

„Angefangen hat es damit, dass Christian Gerhaher die von Brahms kom-
ponierten Magelone-Gedichte singen wollte. Das das waren Gedichte in
einer Novelle von Ludwig Tieck. Die Prosatexte, in denen die Geschichte
der schönen Magelone erzählt wird, haben ihre Wirkung verloren. Also
wandte sich Christian Gerhaher an einen Germanistik-Professor. Der mach-
te eine neue Fassung. Die zeigte er mir. Ich fand, das sei noch zu sehr der
alte schwulstige Ton. Dann die Aufforderung an mich, die Texte neu zu
fassen. Das habe ich getan. Einige schön gebliebene Wortblüten von Tieck
habe ich durchaus erhalten.“


Martin Walser, 1927 in Wasserburg geboren, erhielt für sein literarisches
Werk zahlreiche Preise, darunter 1981 den Georg-Büchner-Preis, 1998 den
Friedenspreis des Deutschen Buchhandels und 2015 den Internationalen
Friedrich-Nietzsche-Preis. Außerdem wurde er mit dem Orden «Pour le Mérite»
ausgezeichnet und zum «Officier de l’Ordre des Arts et des Lettres» ernannt.
Zuletzt veröffentlichte er den vierten Band seiner Tagebücher „Schreiben und
Leben: Tagebücher 1979 –1981“, „Shmekendike blumen“, ein Lesebuch über
den jiddischen Schriftsteller Sholem Yankev Abramovitsh, und „Unser Auschwitz.
Auseinandersetzung mit der deutschen Schuld“. Am 8. Januar 2016 ist sein
neuer Roman „Ein sterbender Mann“ bei Rowohlt erschienen.