Spielzeit 2017.2018

„Dramoletts“


Spielzeit 2016.2017

„Die Dekade“


Spielzeit 2015.2016

„Frauengestalten“


Spielzeit 2014.2015

„Essenzen“


Spielzeit 2013.2014

„Innenansichten“


Spielzeit 2012.2013

„Schemen“
Konzert 1
Konzert 2
Konzert 3
Konzert 4


Spielzeit 2011.2012

„Legenden“
Konzert 1
Konzert 2
Konzert 3
Konzert 4


Spielzeit 2010.2011

„Gestalten“
Konzert 1
Konzert 2
Konzert 3
Konzert 4


Spielzeit 2009.2010

„Passionen“
Konzert 1
Konzert 2&3
Konzert 4
Konzert 5


Spielzeit 2008.2009

„Silhouetten“
Konzert 1
Konzert 2
Konzert 3
Konzert 4


Spielzeit 2007.2008

„Reflexionen“
Konzert 1
Konzert 2
Konzert 3
Konzert 4
Werkstattkonzert


Sechste Spielzeit 2012.2013
„Schemen“


Konzert 2
Samstag, den 27. Oktober 2012
Bonn, Kammermusiksaal Beethovenhaus – 20 Uhr

„Luft von anderem Planeten – Arnold Schönberg“
100 Jahre Pierrot lunaire
In Zusammenarbeit mit dem Philharmonischen Chor Bonn

Ingrid Schmithüsen, Sprechgesang
Alison Browner, Mezzosopran
Sven Djurovic, Pantomime
Géza Melczer-Lukács, Regie (Pierrot lunaire)
Pleyel Quartett Köln
Concerto con Anima
Kammerchor des Philharmonischen Chores Bonn
Thomas Neuhoff, Gesamtleitung und Klavier (Pierrot lunaire)
Thomas Neuhoff,Erzähler


Echo – Presse

Schönberg als Vokalkomponist
Köln-Bonner Musikkalender, Ausgabe Nr. 274 (Dezember 2012)
von Gunter Duvenbeck
(Veröffentlichung mit Einverständnis des Köln-Bonner Musikkalenders)

Die in lockerer Folge veranstaltete Reihe von Konzerten, die sich einem
bestimmten Komponisten und dessen Vokalschaffen widmen, setzte der
Kammerchor des Philharmonischen Chores Bonn jetzt mit einem reinen
Schönberg-Abend im Beethovenhaus fort. Der Zeitpunkt war dabei ganz
bewusst gewählt, denn vor exakt 100 Jahren kam Schönbergs epochales
Stück „Pierrot lunaire“ in Berlin zur Uraufführung. Dieses Werk, das den
zweiten Teil des Programms ausmachte, kam denn auch in einer „szeni-
schen“ Darbietung zur Aufführung, bei der man die Sängerin Ingrid Schmit-
hüsen auf einem erhöhten Bühnen-Podest postierte, während sich davor
Sven Djurovic gekonnt als Pantomime der „Ausdeutung“ der oft skurrilen
Gedichte von A. Giraud widmete. Derlei „Doppelung“ machte durchaus Sinn,
auch wenn die Sängerin selber schon sehr starken „Ausdruck“ nicht nur
durch ihre virtuose Stimmbeherrschung, sondern auch durch ihre sprechen-
de Gestik zu vermitteln verstand. Vorzüglich begleitet wurde sie übrigens
durch Mitglieder des Pleyel Quartett Köln und Solisten des Concerto con
Anima; Thomas Neuhoff, der die Leitung vom Flügel aus bewältigte und
dem sich das Konzept des ganzen Programms verdankte, durch das er auch
kenntnisreich als Moderator führte, verdient zudem große Anerkennung für
die Realisierung weiterer Chorsätze Schönbergs durch seine Sänger, deren
dodekaphonale Faktur zum Schwierigsten gehört, das es für Vokalisten
überhaupt zu bewältigen gibt.


Musik hinterm Vorhang
Philharmonischer Chor portraitiert Schönberg
Bonner Generalanzeiger, den 26. 1. November 2012
von Guido Krahwinkel

(Die Antwort auf unsere Anfrage zur Veröffentlichung des Artikels steht
noch aus.)


Pierrot lunaire 1912
Komponistenportrait und Schülerprojekt in Bonn
www.vdkc.de, den 11. Dezember 2012
von Eva de Voss und Hans-Dieter Pallmann

In Erinnerung an die Erstaufführung des „Pierrot lunaire" von Arnold Schön-
berg vor 100 Jahren konzipierte der Philharmonische Chor Bonn ein groß
angelegtes Schülerprojekt. Dem künstlerischen Leiter Thomas Neuhoff war
es wichtig, die unterschiedlichsten Facetten des Werkes in die pädagogische
Arbeit einzubeziehen:
Bereits im April 2012 machte sich der 11. Jahrgang der Elisabeth-Selbert-
Gesamtschule in Bad Godesberg in einer Projektwoche unter pädagogischer
Anleitung daran, die symbolistischen Texte in Kulissen für die Aufführung
des Werks umzusetzen. Der Leistungskurs Musik des Ernst-Moritz-Arndt-
Gymnasiums beschäftigte sich mit Arnold Schoenbergs musikalischem
Oeuvre. Es entstanden für die Abschlusspräsentation eigenwillige Kompo-
sitionen, die die Möglichkeiten der strengen Zwölftontechnik erprobten,
Beiträge der Schüler zum Programmheft der Aufführung umrissen die Per-
sönlichkeit des Komponisten und seine Kompositionstechnik.
Die Pierrot-Figur der Gedichtsammlung „Pierrot lunaire" hat ihren Ursprung
in der Commedia dell'arte. Im Literaturkurs des 12. Jahrgangs der Elisa-
beth-Selbert-Gesamtschule entstanden deshalb Texte für das Programm-
heft über den schüchternen Pedrolino, die kecke Columbina und den Macho
Arlecchino. Außerdem boten die Schüler, verkleidet als Figuren der Com-
media dell'arte, den Besuchern der Projektpräsentation „Poesie im Vorüber-
gehen" an, kleine Zettel mit charakterisierenden Gedichten für die drei
Figuren.
Die Tatsache, dass Pierrot im 19. Jahrhundert als stumme Figur auf der
Bühne agierte war Anstoß für die Arbeit des Schauspielers und Regisseurs
Géza Melczer-Lukács mit einem 9./10. Jahrgang der Sekundarschule Wacht-
berg-Berkum: Die Schüler erweckten in einer Pantomime bei der Projektprä-
sentation die „schwarzen Riesenfalter" des Textes zum Leben und inszenier-
ten eine gelenkte „Störaktion" beim Vortrag von Ausschnitten des „Pierrot
lunaire", um damit an den Skandal der Uraufführung 1912 zu erinnern.
Noch nie wurden bei einem der Schülerprojekte des Philharmonischen
Chores so vielfältige pädagogische Aktivitäten unterschiedlicher Altersstufen
und Schulformen zusammengeführt. Die öffentliche Abschlusspräsentation
in der Elisabeth-Selbert-Gesamtschule sahen weit über hundert Schüler-
innen und Schüler. Die meisten hatten noch niemals klassisch ausgebildete
Künstler bei der Arbeit gesehen, eine solche Musik noch nie gehört.
Dennoch, oder gerade darum, äußerten sich viele Jugendliche im Anschluss
an die Veranstaltung voller Bewunderung über das, was ihnen da geboten
worden war.
Im Mittelpunkt des Konzertes im Kammermusiksaal des Bonner Beethoven-
Hauses am 27.10.2012 stand die szenische Aufführung von Schönbergs
„Pierrot Lunaire" op. 21. Der Komponist interpretiert Verse des Dichters des
Symbolismus, Albert Giraud, zum Thema Mondsucht, zur Faszination des
Himmelkörpers, der die Anziehungskraft des Dunklen und Geheimnisvollen
repräsentiert. In der neuartigen „musikalischen Prosa" für Sprechstimme
und Kammerensemble legt Schoenberg Rhythmus und Tonhöhe des Sprech-
gesangs präzise fest und erreicht damit höchst expressive Wirkung.
Die Interpretation gelang der Sängerin Ingrid Schmithüsen auf beeindru-
ckende, faszinierende Weise, großartig unterstützt durch den Pantomimen
Sven Djurovic und das Kammerensemble Concerto con Anima. Nach Mei-
nung von Konzertbesuchern entstand ein überwältigendes Gesamtkunst-
werk mit einem Blick auf den wahren Schoenberg: emotional packend,
mitreißend.
Ergänzt wurde der Konzertabend durch das Lied der Waldtaube aus den
Gurreliedern, interpretiert von der glänzenden Mezzosopranistin Alison
Browner, und durch verschiedene Chorsätze für den Kammerchor des
Philharmonischen Chores. Dabei ragte „Der neue Klassizismus" aus den
'Drei Satiren' für gemischten Chor op.28 heraus, ein Werk aus der Zwölf-
tonperiode Schoenbergs. Die Sängerinnen und Sänger bewältigten die
ungeheuren technischen Schwierigkeiten des Stückes, das für Vokalisten
zu den anspruchsvollsten Werken der Chorliteratur gehört, ganz ausgezeich-
net, gemeinsam mit Mitgliedern des Pleyel Quartetts.
Thomas Neuhoff hatte
nicht nur die musikalische Gesamtleitung, sondern präsentierte sich auch
als großartiger Pianist und Moderator, der das Publikum durch einen span-
nenden Konzertabend führte.
Ein Konzertbesucher fasste seinen Eindruck
so zusammen:
Nachdrücklicher kann ein Plädoyer für einen wichtigen, aber im Musikbetrieb
kaum wahrzunehmenden Komponisten nicht gelingen!


Echo – Zuhörer-Zuschriften

"Ich war am Samstag so beeindruckt von Eurer Aufführung, dass es mir
wirklich die Sprache verschlagen hatte. Also ein ganz dickes Dankeschön
für dieses einmalige Erlebnis! Du musst nämlich wissen, dass ich durchaus
kein Schönberg-Fan bin und ihm sein Abrutschen in die "Atonalität" nicht
verzeihen kann: Darunter haben die Komponisten ja bis heute zu leiden.
Aber der "Pierrot" ist ja doch ein Ausnahmestück, und zumal, wenn er so
phantastisch geboten wird.
Ich hatte eigentlich nur ein Problem dabei: Nicht zu wissen, wo ich hingu-
cken sollte, denn sowohl deine "Darstellung" wie die des jugendlichen
"Doubles" war ja so faszinierend, dass man sich ein wenig weiter entfernt
wünschen mochte, um euch beide immer voll im Blick zu haben. Davon
wünschte ich mir jetzt eine professionell erstellte Video-Aufnahme!
Auch sonst war der Abend ja eine "Wucht": Was Neuhoff da mit seinen
Leuten gemacht hat, ist ein wahres Wunder, und so war die Extra-Laudatio
hinterher auch durchaus verdient."

"Dieses Konzert hatte die Standing Ovation wirklich verdient."

"Famos! Ganz famos! Meine Begeisterung hat sich nach der Pause noch
gesteigert!"

"Was Dich betrifft, kann ich erneut nur staunen, wie Du diese so enorm
anspruchsvolle Partie, die ja einem mehr als halbstündigen Monolog gleich-
kommt, auswendig darzubieten schaffst. Eine Lulu oder die Marie in Woz-
zeck auf der Bühne zu präsentieren, halte ich für wesentlich einfacher. Da
haben die Sängerinnen ja außerdem auch längere Pausen, in denen sie noch
mal in den Klavierauszug gucken können, und meist läuft an den Seiten der
Bühne noch so ein Teleprompter mit, und bei Textproblemen hilft zusätzlich
die Souffleuse."

"Ich kenne niemanden, der dieses Stück so gut kennt und so gestaltet wie
Du! Es sieht nach nicht der geringsten Mühe aus."

"Ich wußte gar nicht, dass Du eine so tolle Schauspielerin bist!"

"Ich fand die zeitgemäße Adaptation großartig. Der Tanz von Sven Djurovic
ist so ausdrucksstark. Ganz ausgezeichnet!"

"Endlich konnte ich meine Lieblings-Pierrot-Darstellerin wieder bewundern
kommen! Du warst großartig!"

"Ich liebe Schönbergs Zweites Streichquartett. Alison Browner war wunder-
voll, ernst und gelassen. Eine sehr reife Darbietung."

"Die Waldtaube möchte ich bei meiner Beerdigung hören. Ich kann die
Kammerbesetzung bisher nicht. Hat mir sehr gefallen. Alison Browner war
phänomal."

"Thomas Neuhoff kommt sehr sympathisch rüber und moderiert ausge-
zeichnet. Ein memorabler Abend! Danke!"

"Ich habe mir immer die Gesichter der Chorleute angeschaut. Die Konzen-
tration jedes einzelnen hat mich fasziniert. Wie kann man so ein Stück über-
haupt erlernen?"

"Der weite Weg hat sich gelohnt. Ein ganz tolles Konzert, abwechslungsreich
und mit ausgezeichneten Künstlern dargebracht. Die Zeit ist verflogen."

"Es war wirklich ein sehr schönes Konzert im Beethovenhaus Dank auch
Deiner großartigen Darbietung."

"Dass war ein wirklich schönes und beglückendes Konzerterlebnis."

"Große Gratulation zu Deiner formidablen Darbietung bei Schönberg in Bonn!"

"Ich fand die Umsetzung vom Pierrot in dieser Form total spannend!!! Toll,
dass ich dabei sein durfte!"

"Ich bin noch ganz beeindruckt von Ihrem Auftritt!"

"...und im übrigen habe ich am Samstag meinen fesselndsten und unterhalt-
samsten (!) "Pierrot" erlebt - *so* muß man das machen! Und so viele Frage-
zeichen ich auch bei der szenischen Einrichtung würde anbringen wollen, hatte
sie doch den unbestreitbaren Vorteil, Dir eine *Bühne* zur Verfügung zu stellen,
und mir scheint, daß die Möglichkeit, "offensiv" mit Blick, Geste, Körperhaltung,
Mimik arbeiten zu können, auch für Deine vokale Interpretation nicht unwichtig
gewesen ist... ?"

"nun muß ich Dir endlich danken für diesen Genuß, dass Du mir dieses Konzert
letzten Samstag möglich gemacht hast. Und Dir muß ich gratulieren für Deine
Leistung, für Deine Interpretation in Arnold Schönbergs "Pierrot lunaire". Ich
bin sehr angetan und gefesselt gewesen von der Musik, dieser Aufführung. Man
sollte meinen, nach 100 Jahren sei diese Musik Allgemeingut, aber viele kennen
diese immer noch kaum. Und ich finde es so wichtig, solche Projekte in Schulen
durchzuführen, gerade wo der Musikunterricht in den Schulen heute meistens
sehr dürftig ist."