Liebes lied- und poesiebegeistertes Publikum,

willkommen zur 14. Spielzeit von im zentrum lied! Nicht von ungefähr rückt in meiner zweiten Spielzeit Schubert in den Fokus. Franz Schubert, Vater und Mutter des deutschen Liedes! „Die schöne Müllerin“ und die „Winterreise“ hört man vergleichsweise oft. Aber wer bringt sein gewaltiges Liedschaffen abseits dieser beiden Zyklen zu Gehör? im zentrum lied präsentiert in der Saison 2020/21 gemischte Schubertabende. Jüngere wie reife Sängerpersönlichkeiten werden Schubert-Lieder ihrer Wahl mit Liedern des 20. und 21. Jahrhunderts in Verbindung bringen. Tenor Christoph Prégardien kombiniert späte Schubert-Lieder mit Wolfgang Rihms Liederzyklus nach Texten von Heiner Müller. Bariton Holger Falk stellt Werke von Bernhard Lang und Arthur Honegger Schubert gegenüber. Juliane Banse holt ihren Liederabend der letzten Saison nach, mit der „Winterreise“, als Sopran. Ob wir Sie wie in der vergangenen Saison mit jungen Duos als Amuse-Oreilles überraschen dürfen, werden wir nach den aktuellen Corona-Einschränkungen entscheiden. Als Höhepunkt der Spielzeit freuen wir uns auf Christian Gerhaher und seinen vertrauten Klavierpartner Gerold Huber.
Ihr

Eric Schneider
(künstlerischer Leiter im zentrum lied)

Spielzeit Vierzehn

Konzert 1
Mittwoch, 07. Oktober 2020
18:30 Uhr
Kammermusiksaal im Humboldt-Gymnasium
Kartäuserwall 40
50676 Köln

„Deutsches Liederbuch – Schubert & Moritz Eggert“
Im ersten Konzert vergeben wir auch dieses Jahr einen Ehrenplatz. Die „Carte blanche“ geht an Anastasia Grishutina, eine besonders Kreative unter den jungen Liedpianist*innen. Sie hat im Lied-Duo mit der Mezzosopranistin Esther Valentin beim dritten internationalen Schubert- Wettbewerb in Dortmund 2018 den ersten Preis gewonnen und dazu den Sonderpreis für die beste Liedbegleiterin. Sie hat sich entschieden, dieses Programm mit zwei Sänger*innen zu besetzen. „Neue Dichter Lieben“ von Moritz Eggert ist eine Zusammenstellung von Vertonungen von Gegenwartsautoren. Im Dialog werden Esther Valentin, Mezzosopran, und der erst 24-jährige Bariton Konstantin Paganetti zeitgenössische Liebeslyrik auf damalige, von Schuberts Zeitgenossen verfasste Gedichte treffen lassen. In einem Podiumsgespräch mit Anastasia Grishutina wird Moritz Eggert sein Werk erläutern.

 

Tickethotline: 0221 / 2801
Esther Valentin, Mezzosopran
Konstantin Paganetti, Bariton
Anastasia Grishutina, Klavier

Konzert 2
Mittwoch, 18. November 2020
18:30 Uhr
Kammermusiksaal im Humboldt-Gymnasium
Kartäuserwall 40
50676 Köln

„Schubert & Wolfgang Rihm“
Christoph Prégardien feierte mit Schubertliedern, begleitet auf einem Wiener Hammerflügel, einst einen sensationellen Durchbruch. Auf die Schubert-Expertise „historisch-informiert“ hat sich der lyrische Tenor freilich nie festlegen lassen. Er dürfte genauso gut inzwischen als Rihm- Spezialist gelten. Denn Wolfgang Rihm hat ihm den halbstündigen Liederzyklus „Ende der Handschrift“ gewidmet. Elf aphoristisch knappe Texte des Dramatikers Heiner Müller, die Rihm durch klangliche Aussparung und gedehnte Vokalisen bis zum Äußersten konzentriert. Rihms Zyklus wird von Schuberts „Schwanengesang“ umrahmt. Seine darin enthaltenen Vertonungen von sechs Heine-Gedichten dürfen als Gipfel seines Liedschaffens angesehen werden. In diesen letzten Liedern erweitert er seine Klangsprache in zuvor noch nie Gehörtes.

 

Tickethotline: 0221 / 2801
Christoph Prégardien, Tenor
Eric Schneider, Klavier

Konzert 3
Mittwoch, 16. Dezember 2020
18:30 Uhr
Kammermusiksaal im Humboldt-Gymnasium
Kartäuserwall 40
50676 Köln

„Fremd bin ich eingezogen – Schubert & Arnold Schönberg“
Juliane Banse eilt ein großer Ruf als Opernsängerin voraus. 2016 wurde sie als Professorin für Gesang an die Robert Schumann Hochschule in Düsseldorf berufen. Ihren im letzten Jahr ausgefallenen Liederabend wollte sie unbedingt nachholen und hat Schuberts „Winterreise“ vorgeschlagen. Er zählt natürlich zu den meistaufgeführten Liederzyklen, ist allerdings in der Interpretation eines Soprans selten zu hören. Ihr Begleiter Andreas Frese spielt in der Mitte des Zyklus’ Arnold Schönbergs op. 11 Nr. 2. Ein traurig gelassenes Werk, das den verträumt reflektierten, fahl bis schmerzlichen Tonfall der Winterreiselieder noch einmal anders spiegelt.

 

Tickethotline: 0221 / 2801
Juliane Banse, Sopran
Andreas Frese, Klavier

Konzert 4
Mittwoch, 24. Februar 2021
18:30 Uhr
Kammermusiksaal im Humboldt-Gymnasium
Kartäuserwall 40
50676 Köln

„Schubert, Honegger & Bernhard Lang“
Der Bariton Holger Falk ist ein Spezialist für Neue Musik und hat in etlichen Opernuraufführungen mitgewirkt. Seine Stimme stellt er hingebungsvoll in den Dienst der Deklamation und der Verlebendigung von Gefühlszuständen, bei voller Textverständlichkeit. Damit ist er auch ein idealer Schubertinterpret. Seine Lieder wird er mit zwei teils an Rap, teils an Minimal Music erinnernde Stücke aus Bernhard Langs „Songbook II“ abmischen. Die rhythmisch extrem anspruchsvollen Lieder des österreichischen Komponisten sind für Falk eine willkommene Herausforderung. Dazu eine Auswahl aus den „Mélodies“ von Arthur Honegger. Mit dem Liedwerk Honeggers ist Falk in seinem aktuellen Aufnahmeprojekt befasst.

 

Tickethotline: 0221 / 2801
Holger Falk, Bariton
Eric Schneider, Klavier

Konzert 5
Mittwoch, 28. April 2021
18:30 Uhr
Kammermusiksaal im Humboldt-Gymnasium
Kartäuserwall 40
50676 Köln

„Jedermann – Schubert, Frank Martin, Paul Ben-Haim & Fazil Say“
Diesen Abend bestreiten Hagar Sharvit, Mezzosopran, und Konstantin Krimmel, Bariton. Letzterer wird als Geheimtipp „bester Nachwuchssänger“ in der aktuellen Jahresumfrage der Opernwelt gehandelt. Krimmel wird Frank Martins „Jedermann-Monologe“ nach Hugo von Hofmannsthal vortragen. Die in Berlin lebende israelische Sängerin Hagar Sharvit bereichert ihre Schubert- Auswahl mit zwei auf Hebräisch gesungenen alttestamentarischen Gesängen. 1940 komponiert von dem nach Israel ausgewanderten deutschen Komponisten Paul Frankenheimer, der sich in Paul Ben-Haim umgetauft hat. Dazu hat Sharvit die als Lied ohne Worte vertonte politische Botschaft „Gezi Park 3“ von Fazil Say gewählt.

 

Tickethotline: 0221 / 2801
Hagar Sharvit, Mezzosopran
Konstantin Krimmel, Bariton
Eric Schneider, Klavier

Konzert 6
Mittwoch, 30. Juni 2021
18:30 Uhr
Kammermusiksaal im Humboldt-Gymnasium
Kartäuserwall 40
50676 Köln

„Christian Gerhaher und Gerold Huber“
Es ist nicht übertrieben: Christian Gerhaher ist ein weltweit gefeierter Interpret. Er vermag in wenigen Minuten eine Atmosphäre zu kreieren und sein Publikum einzufangen. Gerold Huber ist sein Liedbegleiter von der ersten Stunde an. Und sie arbeiten seit 30 Jahren an ihrem Klang, als wären sie ein Instrument. Schuberts Zyklen und Lieder gehören neben Gustav Mahlers Wunderhorn-Liedern immer wieder zu ihrem Repertoire. Derzeit sind Gerhaher und Huber auf die Einspielung von Robert Schumanns gesamtes Liedschaffen abonniert. Wir haben indes große Chancen, bei im zentrum lied von ihnen einen reinen Schubert-Abend zu bekommen.

 

Tickethotline: 0221 / 2801
Christian Gerhaher, Bariton
Gerold Huber, Klavier

im zentrum lied e.V.
info@imzentrumlied.de
0221 / 920 81 – 136